
Während ihres Besuchs arbeiteten die PIMS-Wissenschaftler Alex Frans (Coral Program Manager, Bahamas), Anwar Godet (Marine & Field Operations Specialist) und Gimel Morley (Coral Aquarist Manager) gemeinsam mit Emeline Bouchet, Marine Programme Managerin der MSC Foundation, an der Erweiterung der Aufzuchtstation.
Mit Genehmigung des Department of Environmental Planning and Protection (DEPP) transportierte PIMS 100 Fragmente der Geweihkoralle (Acropora cervicornis) und 150 Fragmente der Verwachsenen Geweihkoralle (Acropora prolifera) in speziell entwickelten, temperaturkontrollierten Behältern nach Ocean Cay, um einen sicheren Transfer zu gewährleisten. Dort wurden die Fragmente auf die Offshore-Korallenbäume der Aufzuchtstation der MSC Foundation gesetzt, wodurch die Anzahl der kultivierten Arten erweitert und die Station auf insgesamt 637 Fragmente vergrößert wurde
Zusätzlich integrierte PIMS Fragmente der Elchgeweihkoralle (Acropora palmata) in ihre Aufzuchtstationen des Reef Rescue Network, um die genetische Vielfalt des Restaurationsbestands zu erhöhen und die Bahamas Coral Gene Bank zu unterstützen – eine Partnerschaft mit der Regierung der Bahamas zur Sicherung der nationalen Korallengenetik.
Das Reef Rescue Network ist PIMS’ Restaurierungsprogramm für Korallen, das Unternehmen, Tauchschulen und gemeinnützige Organisationen zusammenbringt, um Korallenriffe in der gesamten Karibik durch Aufbau, Pflege und Auspflanzen von Aufzuchtstationen wiederherzustellen.
Als vom Aussterben bedroht gelistet, sind die verbliebenen Populationen der Elchgeweihkoralle auf den Bahamas äußerst rar. Die Aufzuchtstation der MSC Foundation auf Ocean Cay beherbergt einige der wenigen derzeit aktiv kultivierten Fragmente, was ihren Schutz und ihre Vermehrung zu einem entscheidenden Beitrag für die marine Biodiversität der Bahamas macht.
Indem an mehreren Standorten der Bestand gefährdeter riffbildender Korallen aufgestockt wird, stärkt die Partnerschaft die nationalen Kapazitäten für deren Wiederherstellung und unterstützt die langfristige Widerstandsfähigkeit der Riffe in der gesamten Region.
Wichtige Fakten zur Wiederherstellung von Korallenriffen
Aufzucht von Korallen in Aufzuchtstationen
Die Wiederherstellung von Korallenriffen startet mit der behutsamen Entnahme kleiner Fragmente gesunder Mutterkolonien. In Unterwasser-Aufzuchtstationen, oft an sogenannten Korallenbäumen aufgehängt, wachsen diese Fragmente unter optimalen Bedingungen – mit idealer Beleuchtung, Wasserströmung und regelmäßiger Kontrolle – deutlich schneller und sicherer als auf beschädigten Riffen.
Aussetzung zur Wiederherstellung der Riffstruktur
Haben die Aufzuchtkorallen eine ausreichende Größe erreicht, werden sie an sorgfältig ausgewählten Riffstandorten ‚ausgepflanzt‘. Dort befestigt am stabilen Untergrund, wachsen sie weiter und tragen nach und nach zur Wiederherstellung der komplexen, dreidimensionalen Struktur bei, die Fische, Wirbellose und unzählige andere Meeresarten beherbergt.
Besonders wichtig sind Arten wie die Elchgeweihkoralle (Acropora palmata) und die Geweihkoralle (Acropora cervicornis), da sie schnell wachsen und als riffbildende Korallen das architektonische Fundament karibischer Riffe bilden. In einigen Regionen haben jedoch jahrzehntelange Krankheiten, Bleiche, Sturmschäden und Belastungen der Küsten ihre Bestände um mehr als 80 Prozent reduziert, was zu ihrer Einstufung als vom Aussterben bedroht geführt hat.
Die genetische Vielfalt in Aufzuchtstationen zu erhalten, ist von entscheidender Bedeutung. Ein breites Spektrum an Korallengenotypen stärkt die Widerstandsfähigkeit gegenüber steigenden Wassertemperaturen, Krankheiten und extremen Wetterereignissen und erhöht die Chancen, dass restaurierte Riffe auch unter den Bedingungen eines sich wandelnden Klimas überleben.
Langjährige Partnerschaft
PIMS ist seit Beginn eng in die Korallenarbeit der MSC Foundation eingebunden. Bereits 2019 gehörten PIMS-Wissenschaftler zu den ersten lokalen Meeresschutzexperten, die grundlegende Riffbewertungen durchführten und damit das Programm der Foundation maßgeblich mitgestalteten. Ihre wissenschaftliche Begleitung unterstützte die Auswahl geeigneter Standorte, den Aufbau der Aufzuchtstationen und die Entwicklung langfristiger Monitoring-Protokolle.
Die Erweiterung der Aufzuchtstation im Februar stellt einen weiteren Meilenstein in der Skalierung der Restaurierungsbemühungen dar, die durch die Zusammenarbeit vorangetrieben werden.
„Diese Arbeit zielt darauf ab, die langfristige Widerstandsfähigkeit der Riffe der Bahamas aufzubauen", sagte Dr. Aaron Hartmann, leitender Wissenschaftler von PIMS' Korallenprogramm auf den Bahamas. „Indem wir die Vielfalt der Korallen in unserem Aufzuchtnetzwerk erhöhen, stärken wir die Grundlage für die Riffregeneration auf den gesamten Bahamas und leisten einen Beitrag zu einem nationalen Bemühen, diese vom Aussterben bedrohten Arten für künftige Generationen zu schützen."
Emeline Bouchet, Marine Programme Manager der MSC Foundation, ergänzte: „Unsere Aufzuchtstation auf Ocean Cay beherbergt heute einen der wichtigsten verbleibenden Bestände der Elchgeweihkoralle auf den Bahamas. Indem wir die Zahl der von uns kultivierten Arten erweitern und unsere Zusammenarbeit mit PIMS vertiefen, festigen wir einen streng wissenschaftlichen Ansatz und leisten gleichzeitig unseren Beitrag zum Schutz vom Aussterben bedrohter Korallen und damit zum Wohl der marinen Biodiversität der Bahamas."
Gesunde Korallenriffe schützen Küstenlinien, sichern Fischbestände, fördern den Tourismus und bieten Tausenden von Arten Lebensraum. Durch ihre verstärkte Partnerschaft bündeln die MSC Foundation und PIMS nun wissenschaftliche Expertise und operative Kapazitäten, um die Restaurierung der Riffe zu beschleunigen und eine widerstandsfähigere Zukunft für die Korallenriffe der Bahamas und darüber hinaus zu schaffen.
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