Norwegische Fjorde mit AIDAprima

Großansicht
24. September 2026  Eva-Maria Rosenberger 
Außenansicht AIDAprima von vorne im Hafen auf dem Wasser mit nordischer Stadt im Hintergrund

Die Reise startete in Hamburg und da diese wunderschöne Hansestadt immer eine Reise wert ist, ging es für mich und meine Familie schon zwei Tage eher in den hohen Norden. Wir entschieden uns mit dem Zug anzureisen, so dass wir schließlich am 11.08.26 mit Sack und Pack von Hanau aus unsere Reise begannen.
Wie immer war die Deutsche Bahn für eine Überraschung gut, sodass wir insgesamt 45 Minuten Verspätung hatten und nicht in unser reserviertes Abteil konnten, da ausgerechnet dort die Klimaanlage ausfiel. Alternativ nahmen wir im Bordbistro platz, wo wir auch bis zur Ankunft sitzen blieben.
Angekommen am Hamburger Hauptbahnhof machten wir uns zunächst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg in unser Hotel, um unser Gepäck loszuwerden.
Wir waren im Novotel Hamburg City Alster untergebracht. Für die zwei Vorübernachtungen war das Hotel absolut ausreichend. Das Zimmer war großzügig gestaltet für zwei Erwachsene und zwei Kinder, das Frühstücksbuffet hatte eine vielfältige Auswahl und es gab sogar ein kleines Spielzimmer für die Kinder. Eine U-Bahn Station befans sich ebenfalls in fußläufiger Nähe.
In Hamburg selbst hatten wir dann etwas Sightseeing, kleinere Stadtspaziergänge und natürlich das Miniaturwunderland geplant.

 

Da die AIDAprima im etwas außerhalb gelegenen Cruise Center Steinwerder lag und wir viel Gepäck hatten, entschieden wir uns am Tag der Einschiffung für die Anreise mit dem Taxi. Vom Hotel aus dauert die Fahrt ca. 25 Minuten und kostet ca. 35 EUR. Vor der Reise hatten wir über das MYAIDA Bordportal unseren Einschiffungs-Zeitraum selbst gewählt und so kamen wir entspannt am Terminal an, voller Vorfreude auf die kommenden Tage.
Die Einschiffung ging relativ schnell vonstatten. Wir gaben unsere Koffer ab, gingen durch den Check In, wo unsere Kinder bereits farbige Bändchen für die vorgesehene Sammelstation an Bord im Falle eines Notfalls erhielten, passierten die Sicherheitskontrolle und konnten dann schließlich an Bord.
Um uns zu stärken, führte uns der erster Weg an Bord zum Fuego Restaurant.
Im Anschluss muss jeder Gast das obligatorische Sicherheitsvideo anschauen und mit der Rettungsweste an der zugewiesenen Sammelstation erscheinen.

Nachdem wir das auch erledigt hatten, brachten wir unsere Rettungswesten zurück in unsere Außenkabine und nahmen diese genauer unter die Lupe: Wir hatten uns für eine Außenkabine mit Fenster auf Deck 4 mittschiffs entschieden, Kabinennummer 4166. Die Kabine war großzügig gestaltet und es stand ein Doppelbett, ein Einzel-Sofabett und ein Oberbett für uns bereit. Unser Highlight in der Kabine war das große Sitzbankfenster. Positiv überrascht waren wir auch vom Badezimmer, welches viel Stellfläche bot und sogar eine Glasduschabtrennung hatte statt einem Duschvorhang.

 

Schräg gegenüber unserer Kabine befand sich der Waschsalon mit Waschmaschinen, Trocknern und einem Bügeleisen zur Selbstbedienung. Da wir vorher schon in Hamburg waren und nach der Reise auch eine längere Tour geplant war, habe ich zweimal die Waschvorrichtung genutzt. Pro Waschmaschine oder Trockner zahlt man je EUR 2,-. Das Waschmittel ist automatisch in der Maschine und muss nicht extra mitgebracht werden.

Unsere Reise hatte folgenden Reiseverlauf:

-Hamburg
-Seetag
-Haugesund
-Geiranger mit Welterbe-Geirangerfjord-Passage
-Alesund
-Molde
-Trondheim
-Maloy
-Flam
-Stavanger
-Seetag
-Hamburg

Da wir gerne noch länger in Norwegen bleiben wollten, entschieden wir uns bei Buchung dieser Reise, dass wir bereits in Stavanger das Schiff verlassen und nicht mit zurück nach Hamburg fahren. Dies meldete ich bei Buchung direkt über die Fachabteilung von AIDA an und lies mir bestätigen, dass wir in Stavanger ausschiffen dürfen.

Gerne möchte ich nun ein paar Eindrücke und Erlebnisse teilen, die wir als Familie erlebt haben:

AIDA allgemein:

Da wir mit einem Schulkind reisen, sind wir an die Ferien gebunden.
AIDA Cruises ist bei Familien sehr beliebt, weswegen das Schiff restlos ausgebucht und viele Familien mit Kindern an Bord waren. Es war entsprechend voll und gerade zu den Stoßzeiten beim Frühstück und Abendessen war es teilweise schwierig, einen freien 4er Tisch zu bekommen. Hier muss man etwas Geduld mitbringen und teilweise auch Wartezeiten einplanen.

Doch kommen wir lieber zu den Dingen, die mich begeistert haben:

Gleich zu Beginn der Reise fand im Theatrium eine Familien-Willkommens-Stunde statt, in der die wichtigsten Informationen rund um den Kidsclub, Familienaktivitäten und Abläufe an Bord erklärt wurden. Damit bekommt man einen groben Überblick, was wir als sehr hilfreich angesehen haben. Auch den Kindern hat es gut gefallen, da die Show spielerisch gestaltet und natürlich die AIDA Maskottchen anwesend waren.

Wenn wir schon beim Thema Familie sind, möchte ich gerne den Kidsclub konkreter erwähnen:

Auf Deck 14 befindet sich der Kidsclub, welcher auf dieser Reise gut besucht war. Es gibt einen kostenpflichtigen Club für die Kleinen unter 3 Jahre, und einen kostenfreien Club für die großen ab 3 bis 12 Jahre. Es gibt für jede Reise ein ausgearbeitetes Programm und täglich werden am Vor- und Nachmittag Entdeckerzeiten im Club angeboten, zu denen man die Kinder ohne Voranmeldung bringen kann. Hier wird dann zu dem jeweiligen Tagesmotto (z.B. Bauernhof oder Freundschaftstag) eine altersspezifische Aktivität angeboten. Zu den Betreuungszeiten muss man die Kinder bis 18:30 Uhr am Vorabend angemeldet haben, damit ein Platz garantiert werden kann. Theoretisch kann man die Kinder auch für ein paar Stunden im Kidsclub in der Betreuung abgeben, von Bord gehen und die Kinder im Anschluss wieder abholen.

 

Wir hatten uns entschieden, nur die Entdeckerzeiten am Vormittag zu nutzen.
Die Große (8 Jahre) ist für diese 1,5 Stunden gerne dort gewesen, während der Kleine (4 Jahre) nicht in den Club wollte und lieber bei uns geblieben ist. Die Betreuungszeiten haben wir nicht in Anspruch genommen. Generell wurden jeden Tag auch unterschiedliche Familienaktivitäten angeboten, oft auch im Four Elements, einem großen Familienbereich mit Hochseil-Kletterpark (gebührenpflichtig), einem Spaßbad mit Rutsche, Lazy River und diversen anderen Spiel- und Spaßbereichen für die Familie. Auch hier hielten wir uns kaum auf, da es uns dort etwas zu laut war. Jeden Abend um 20:15 Uhr fand auch eine Mini Disco statt und um 20:45 Uhr wurde die Gutenachtgeschichte vorgelesen.

Auch für Unterhaltung wurde gesorgt: Im Theatrium - das Herzstück in der Mitte des Schiffes - wurden regelmäßig Shows aufgeführt. Das Show Ensemble von AIDA war sehr gut und die Haupt Shows gab es meist zu zwei Uhrzeiten (19 Uhr und 21 Uhr). Da unsere zwei Kids abends meist platt von den vielen Eindrücken waren, haben wir die Shows auch teilweise auf der Kabine über den Kabinen TV geschaut - im Schlafanzug.

Das leibliche Wohl darf natürlich auch nicht zu kurz kommen. An Bord gibt es eine große Auswahl an Restaurants. Die Hauptrestaurants (Weite Welt, Bella Donna, Marktrestaurant, East) sind Buffetrestaurants.



Gerade zu den Stoßzeiten kann es schnell voll werden. Wir waren zum Frühstücken gerne im East, da es uns nicht allzu voll vorkam. Zum Abendessen sind wir auch gerne in die Weite Welt. Generell hat uns das Essen sehr gut geschmeckt und auch die Vielfalt & angebotene Abwechslung waren toll. Leider war es immer schwierig einen freien Tisch zu finden und sich durch das Gewimmel am Buffet zu kämpfen. Es gab auch das Familienbuffetrestaurant Fuego, welches fast durchgängig geöffnet war und Speisen wie Burger, Pizza, Pasta anbot.

Da wir den Premium Tarif gebucht hatten, konnten wir kostenfrei folgende Spezialitätenrestaurants besuchen: Brauhaus, French Kiss und Casa Nova (Getränke sind aufpreispflichtig, es sei dann man hat das All Inclusive Paket).

  

Wir haben uns für einen Besuch im zünftigen Brauhaus und im gehobeneren French Kiss entschieden. In beiden Lokalen waren wir sehr zufrieden mit dem Essen. Wir haben auch dem gebührenpflichtigen Steakhouse einen Besuch abgestattet, was ein tolles und schmackhaftes Erlebnis war. Zudem konnten die Kinder kostenfrei aus einer extra Kinderkarte bestellen .

   

Die anderen Restaurants, wie das vegane Restaurant gegen Gebühr, das scharfe Eck, die Tapas Bar und Eisbar (gebührenpflichtig) haben wir nicht genutzt.

 

Da wir langfristig gebucht hatten, war die Reise automatisch im Premium Tarif. Wir hatten somit täglich zwei Flaschen Mineralwasser auf der Kabine und die Tischgetränke im Buffetrestaurant sind grundsätzlich kostenfrei dabei. Für uns persönlich war das ausreichend.

An Bord von AIDA gibt es natürlich auch Shops und Geschäfte. Zur Freude der Kinder auch einen Lego Store. Es werden öfters Glücksrad Aktionen angeboten, bei denen man Rabatte gewinnen kann.

  

Den Body & Soul Spa Bereich haben wir nicht genutzt, aber hier gibt es auch Familienzeiten z.B. für die Sauna. Der Spa Bereich ist kostenpflichtig.

Es gibt an Bord natürlich auch diverse Bars. Die jeweiligen Öffnungszeiten können entweder über die App, über den Kabinen TV oder über die Infobildschirme eingesehen werden.
Die bestellten Getränke wurden stets zügig zubereitet und haben uns gut geschmeckt. Wir haben die Getränke an den Bars dann jeweils selbst per Bordkarte gezahlt, da wir uns wie gesagt gegen das All Inclusive Paket entschieden hatten.

 

Die von AIDA angebotenen Ausflüge haben wir nicht in Anspruch genommen, daher haben wir auch den Ausflugsschalter nicht besucht. Hier war aber immer ein Ansprechpartner vor Ort und auch im Theatrium wurden Ausflüge vom Ausflugsteam vorgestellt. Die Ausflüge werden schon relativ langfristig zur Buchung freigeschaltet und können ebenfalls über den AIDA Kundenbereich individuell dazu gebucht werden.

Was uns nicht so gut gefallen hat war, dass es kaum ruhige Sitzmöglichkeiten auf dem Schiff gab. Die Sitznischen und Ecken waren oft bereits besetzt und daher haben wir je nach Wetter entweder kleine Spaziergänge auf dem Sonnendeck unternommen oder uns in die Kabine zurückgezogen.

Häfen:

Gerne möchte ich noch auf die angelaufenen Häfen eingehen. Wir haben alles auf eigene Faust gemacht und keine großen Aktivitäten vorab geplant, da wir nicht wussten, wie gut die Kinder die Reise mitmachen. Auch wenn wir dann einfach „nur“ ein kleiner Spaziergang durch den jeweiligen Ort gemacht haben, war es trotzdem sehr schön und eine gelungene Reise. Hier sind unsere Erfahrungen:

Haugesund:

Haugesund hat eine schöne Fußgängerzone und eine gemütliche kleine Hafenpromenade. Alles ist gut vom Schiff aus per Fuß erreichbar. Unter anderem passiert man eine große Brücke. Als wir in Haugesund waren, fand dort ein Hafenfest (Harbour Day) statt. Es gab viele Info- und Verkaufsstände, Musik, kostenlose Essensspezialitäten zum Probieren und viele gut gelaunte Norweger. Es war ein schönes Erlebnis und auch die hatten eine tolle Zeit.

  

Geiranger:

Die Ein- und Ausfahrt in und aus dem Geirangerfjord ist allein schon ein Erlebnis. Geiranger selbst ist ein kleines Örtchen. Die Ausschiffung fand über eine mobile, lange Waterway-Brücke statt, die an das Schiff geleitet wird. Wir haben uns in dem kleinen Ort eine leckere Zimtschnecke gegönnt und sind dann zum Wasserfall Storfossen gelaufen, welcher sich nicht weit vom Schiff entfernt befindet. Dort geht es über einem Treppenweg (Fossevandring) hoch zum Wasserfall. Ich habe mit dem Kleinen unten gewartet, während mein Mann und meine Tochter die vielen Treppenstufen hochgelaufen sind. Dort hatten sie einen tollen Ausblick. Der Wasserfall ist auch unten sehenswert, aber vor allem laut. Es war ein tolles Erlebnis.

  

Alesund:

In Alesund haben wir uns eine Tour im Hop On Hop Off Bus gebucht um damit zum Aquarium zu fahren. Es ging zunächst durch die Stadt zu verschiedenen anderen Haltestellen. Man bekommt Kopfhörer und es wurden auch viele Informationen zu Norwegen erzählt. Das Aquarium war eines der schönsten Aquarien, die wir je besucht hatten. Sehr informativ, gepflegt und in toller Natur. Den Kindern hat es dort auch sehr gut gefallen, vor allem die Pinguine und Seehunde begeisterten sie. Wir sind dann mit dem Hop On Hop Off Bus zurück ins Stadtzentrum gefahren und dann wieder Richtung Schiff. Es war ein toller Tag in Alesund und auch der Nieselregen hat uns nach der unerträglichen Hitze in Deutschland nichts ausgemacht.

    

Molde:

Strahlend blauer Himmel, toller Fjord, gemütliche Hafenpromenade: Sonne und Frische Luft tanken. Unweit des Schiffs befand sich das Fußballstadion von Molde, welches sich die beiden Männer von außen genauer anschauen wollten. Es folgte ein kleiner Spaziergang durch das winzige Städtchen mit Besuch eines Spielplatzes bei bestem Wetter - glückliche Kinder, glückliche Eltern.

 

Trondheim:

Auch hier erwartete uns ein strahlend blauer Himmel und es folgte ein längerer Stadtspaziergang durch Trondheim. Jede Statue wurde begutachtet und alte Gebäude bewundert. Die berühmte rote Brücke haben wir auch kurz besucht, diese ist aber kein Geheimtipp und daher entsprechend gut besucht. Gegenüber vom Schiff befand sich das „Rockheim“. Ein Rockmuseum, welches die verschiedenen Zeitalter der Rockmusik Norwegens erläuterte. Das Museum war wirklich cool, es gab auch für die Kinder viel zum Ausprobieren. Man konnte sogar am Mischpult einen eigenen Song erstellen. Es hat allen großen Spaß gemacht.

 

Maloy:

Hier waren wir nur kurz an Land, da der Ort wirklich klein ist und man dort nicht viel unternehmen kann. Die Ausflüge, die über AIDA angeboten werden, gehen dann meist ins Hinterland/ Landesinnere oder aufs Wasser. Wir sind hier etwas spazieren gegangen und haben die Souvenirläden angeschaut.

Flam:

In Flam haben wir schon langfristig im Voraus die berühmte Flam Bahn gebucht und das direkt über den Anbieter, was günstiger war als über AIDA. Die Bahn fährt direkt fußläufig vom Schiff ab. Die Wartezeit haben wir in den verschiedenen Shops verbracht, wo sich auch ein kostenfreies Bahnmuseum befindet. Der Zug selbst war ausgebucht und es gab keine vor reservierten Plätze, weshalb man sich zeitnah anstellen sollte. Es empfiehlt sich, die rechte Seite zu nehmen, da man hier den besten Ausblicke hat. Die Fahrt war sehr sehr schön. Das Highlight der Kinder war der Stopp am Kjosfossen Wasserfall, wo während des kurzen Aufenthalts eine als Huldra verkleidete Tänzerin im roten Kleid auftaucht und mystische Musik läuft. Nach der Fahrt mit der berühmten Flam Bahn sind wir dann noch auf den kleinen Spielplatz und in die Bucht.

   

Stavanger:

Dann kamen wir auch schon in Stavanger an, für uns der Ausschiffungshafen. Nachdem wir alles gepackt hatten, gingen wir nochmals zu einem kleinen Abschiedssnack ins Fuego um dann mit Sack und Pack von Bord zu gehen. Wir hatten uns das Skagen Home Hotel gebucht, welches sich fußläufig vom Schiff befand. So konnten wir von unserem Hotel aus nochmals unserem Schiff zum Abschied winken, bevor es für uns per Mietwagen weiterging.

 

Unser Fazit: Die Reise durch die Fjorde war toll und es war alles gut organisiert, aber dennoch sehr voll und laut.
AIDA hat uns generell gefallen, aber ob wir in den Sommerferien nochmal fahren werden, das wird sich zeigen. Norwegen ist auf jeden Fall immer eine Reise wert und wird uns noch lange im Gedächtnis und im Herzen bleiben.

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