
Tag 1 - Hamburg
Die Einschiffung im Terminal Altona in Hamburg begann um 16 Uhr zunächst mit einem Glas Champagner. Bei Hapag-Lloyd Cruises erhält man die Bordkarten bereits mit den Reiseunterlagen, sodass vor Ort am Check-In nur noch ein bunter Punkt für die jeweilige Zodiac-Gruppe aufgeklebt und ein Sicherheitsfoto gemacht werden muss. Ohne großes Anstellen sind wir auch schon an Bord unseres Zuhauses auf Zeit gekommen, wo wir in unserer großzügigen Balkonkabine mit Käsegebäck, Macarons und einer Flasche Champagner begrüßt wurden.
Gerade das Lichtdesign und der großzügige Stauraum in der Kabine überzeugen sofort. Und wie herrlich ist die beheizte Wand im Badezimmer, gerade jetzt wo wir in eisigen Gebieten unterwegs waren. Nach der obligatorischen Seenotrettungsübung hieß es endlich wieder - Leinen los!
Wir genossen ein sehr gutes Abendessen im Hanseatic Restaurant und beendeten den Anreisetag frühzeitig.

Tag 2 - Seetag
Am heutigen Seetag bescherten uns 3 Meter hohe Wellen einen wackeligen Stand, jedoch fühlten wir uns keineswegs seekrank, womit ich schon öfters auf anderen Schiffen zu kämpfen hatte. Hier braucht man sich also bezüglich der kleinen Schiffsklasse keine Gedanken zu machen, es kommt mehr darauf an, aus welcher Richtung der Wind bzw. die Wellen kommen. Am ersten Tag hatten wir bereits angegeben, dass wir gerne täglich frisches Obst auf der Kabine hätten, was ich absolut empfehlen kann. Die kostenfreie Minibar ist auch vielfältig bestückt und mit der Kapselmaschine können Sie bereits morgens den ersten Kaffee auf dem Balkon genießen.

Auch die Brücke auf Deck 7 wurde heute zum ersten Mal für die Passagiere geöffnet und wir statteten dieser direkt einen Besuch ab. Zum Welcome Dinner mit Begrüßung durch den Kapitän gab es tolle Spezialitäten wie Kaviar und Hummer. Bis zu 6 Gänge können Sie beim Abendessen zusammenstellen oder auch gerne mal beide Desserts zum Probieren bestellen. Die Küche ist wirklich vielfältig und war hier auch oft regionsbezogen.

Tag 3 - Stavanger, Lysefjord
Bestes Wetter erwartete uns in Stavanger, wo wir im Zentrum die Straße mit farbenfrohen Bars, Cafés und Restaurants bestaunten, überall Graffiti-Kunst entdeckten und durch die Gassen mit weißen Häusern schlenderten. Im südlichen Norwegen ist es auch noch nicht so kalt und der Lysefjord, der uns am Nachmittag erwartete, zeigte sich noch von seiner grünen Seite.

Bei der Durchfahrt spielte sogar jemand von der Crew Amazing Grace auf dem Saxofon. Man merkte während der ganzen Reise, dass die Crew sich bemühte, uns eine ereignisreiche Expeditionskreuzfahrt zu bescheren. Auch in der Ocean Academy habe ich an diesem Tag vorbeigeschaut, wo man einige tierische Bewohner bestaunen und seinen Wissensdurst stillen kann.

Schöne Überraschungen erwarteten uns immer wieder während der Reise, auch heute die Flurparty zum Kennenlernen der Kabinennachbarn. Das Personal schenkte dazu ein Glas sprudelnder Erfrischung aus, das gleich die Stimmung auflockerte.
Tag 4 - Bergen
Bergen gilt neben La Spezia als regenreichste Städte Europas. Heute empfing uns die Stadt zunächst mit einem klaren Himmel, doch für später war Schnee und Regen vorhergesagt. Daher beschlossen wir zunächst die Floyn-Bahn auf den Berg zu nehmen, um das Panorama über die Stadt zu genießen. Die Zahnradbahn fährt mit beheizten Sitzbänken in wenigen Minuten nach oben und der Ausblick ist es absolut wert.

Wir verweilten nur kurz oben und auf der Rückfahrt setzten auch schon die ersten dicken Schneeflocken ein. Danach bummelten wir durch die Stadt und machten den obligatorischen Fotostopp bei Bryggen, der alten, schiefen Stadtkulisse.

Der Schnee wurde immer mehr und gefror natürlich auch gleich, was auf dem Kopfsteinpflaster doch schon leicht rutschig wurde. Also zurück zum Schiff und die vom Neuschnee durchweichten Klamotten im Bad zum Trocknen aufhängen. Dank der beheizten Wand im Badezimmer geht das ganz schnell. Bei einer heißen Schokolade wärmten wir uns in der Observation Lounge und ließen das erlebte Revue passieren.

Tag 5 - Geiranger
Den Geirangerfjord erlebten mein Mann und ich zum ersten Mal im Juni 2023. Damals bei unvorstellbaren 25 Grad mit hochsommerlichen Temperaturen, jetzt vereist. Beides hat seinen Reiz, doch die Winterlandschaft und die Ruhe strahlen eine besondere Atmosphäre aus. Wir genoßen die Fahrt durch den Fjord. Das Wasser war spiegelglatt und man konnte kaum erkennen, wo die zerklüftete Berglandschaft endet und das Wasser beginnt. Am Ende des Geirangerfjords angekommen, waren wir das einzige Schiff vor Ort und drehten in aller Ruhe. Ein Stopp in dem kleinen Örtchen war bei dieser Reise nicht vorgesehen. Gerne nahmen wir auch an Vorträgen der Experten an Bord teil. Heute haben wir viel über die Wale im norwegischen Gewässer und ihre Rufe erfahren.

Und Nachts gab es die ersten Polarlichter zu sehen (21.30 und 23.45 Uhr), obwohl wir noch gar nicht so weit nördlich waren. Die Reise begann bereits großartig, nichtsahnend, welche Highlights noch vor uns liegen werden.

Tag 6 - Rorvik
Heute war eigentlich ein Expeditionstag auf See angesetzt. Aber die Reederei hat uns ja schon mit diversen Überraschungen begeistert und so auch heute. Denn Hapag-Lloyd Cruises plante heute den allerersten Anlauf des Hafens Rorvik in der Geschichte der Reederei.

Mit einem Vortrag wurde uns der kleine Ort vorgestellt und die Reederei organisierte tolle Dinge für uns wie freier Eintritt in die Museen (Geschichte und Lachszucht, Krämerladen von 1890, Telekommunikationsmuseum) und ein kleines Konzert um 16.45 Uhr in der Kirche.
Ein paar Tage zuvor hatte es 60 cm Neuschnee gegeben und zum ersten Mal auf dieser Reise hatten wir ein richtige Winterlandschaft zu unseren Füßen. Heute Nacht fuhren wir über den Polarkreis, dafür gab es die klassische Polarkreistaufe als Event um 18.30 Uhr. 
Ein Happen Fisch, ein Schluck Schnaps und ein Eiswürfel in den Nacken für alle Mutigen, die sich dem Unterziehen möchten. Der Kapitän machte natürlich den Anfang. Das Dinner am Abend begeisterte wie jeden Abend mit seiner Vielfalt und Qualität. Die Klassikerkarte bietet auch Alternativen wie Steak, Pasta und Wiener Schnitzel, sollte mal nichts passendes für Sie dabei sein.

Tag 7 - Svartisen
Heute steht das Expeditionshighlight an: die Zodiacfahrt mit trockener Anlandung und anschließende Wanderung zum Svartisen Gletscher. In tiefem Blau strahlend liegt er vor uns, der Gletscher.

Die Farbe verdankt er vielen eingeschlossenen Luftbläschen und dem Lichteinfall. So kann zum Beispiel ein Eisberg weiß, durchsichtig oder auch mal bläulich schimmern. An Land gaben wir die Zodiacwesten ab und brachen dann zum 1 km langen Spaziergang zur Hütte bzw. 5 km langen Weg bis zum Gletscher auf. Der Anfang des Weges bis zur Hütte war gut geräumt, ab der Hütte watet man durch den hohen Schnee und schafft sich seinen eigenen Weg, was wirklich anstrengend ist. Bis ganz zum Gletscher sind wir nicht gelaufen, sondern vorher umgekehrt und haben uns bei Waffeln und Heißgetränke in der Hütte aufgewärmt.

Die Hütte bietet ein atemberaubendes Panorama mit dem blauschimmernden Gletscher und dem zugefrorenen See im Hintergrund. Wenn Sie einmal dort sein sollten, dann setzen Sie sich auf der oberen Etage in einen der gemütlichen Sessel und genießen Sie den Ausblick. Nach dem Rückweg an der Zodiacstation angekommen hieß es wieder Rettungswesten an und rein in das Schlauchboot. Unser Zodiacfahrer war so grandios, dass er uns eine Extrarunde mit Tempo um das Schiff gönnte, wobei da Wasser ordentlich spritzte und uns aufjubeln ließ.
Heißer Kakao mit Schuss wurde beim Festmachen an der Marina gereicht. Ein letztes Mal saugten wir das beeeindruckende Naturpanorama in uns auf. Am frühen Abend kam dann Sturm auf und der Gletscher war bald schon nicht mehr im Nebel zu erkennen. Beim Abendessen fanden die ersten Gläser und Teller noch vor dem Hauptgang den Weg auf den Boden. Das Personal hatte ganz schön mit dem Servieren zu kämpfen. Für uns endete der Tag dann auch frühzeitig auf der Kabine, wobei wir die Menüabfolge zum Glück nicht abbrechen mussten, wie manch andere Passagiere. Auf der Kabine fanden wir unsere Urkunden für die Überquerung des Polarkreises vor. Ein wunderschönes Andenken an diese Reise.
Tag 8 - Svolvaer
Ein Shuttlebus brachte uns nach dem Frühstück ins 4 km entfernte Zentrum von Svolvaer, wo wir bei einem Spaziergang im Sonnenschein die verschneite Stadt erkundeten.
Der Ort ist klein, aber bietet tolle Fotomotive in den verschneiten Straßenzügen. Souvenirläden bieten allerlei handgefertigtes an. Und oftmals riecht es nach dem Stockfisch, für den Svolvaer bekannt ist.

Das Auslaufen am Nachmittag verzögerte sich leider wegen einer medizinsch bedingten Ausschiffung. Doch der Anblick war grandios, da man nah an schneebedeckten Felsen vorbei fuhr und der Kapitän auch ansagte, dass die Hafeneinfahrt sehr schmal und nur bei gutem Wetter passierbar ist. Nach einem köstlichen, schwedisch-angehauchten Abendessen ging es zum Offiziers-Cocktailshaken und die Crew Band animierte zum Tanzen. 
Kurz vor Mitternacht kam erneut die Durchsage für Polarlichter, doch leider waren sie heute nur sehr schwach.

Tag 9 - Alta
Beeindruckend ist die Landschaft, die auf dem Seeweg nach Alta an uns vorbeizieht. Schneebedeckte Bergen lassen es wirken, als würde man mit dem Schiff an den Alpen vorbeifahren. Bei diesem tollen Ausblick genießen wir das Frühstück mit einem Platz am Heck des Schiffes. Sehr zu empfehlen ist z.B. das French Toast oder Egg Benedict von der Karte, welche man am Platz serviert bekommen kann.

Heute hat es kräftig geschneit, sodass wir uns für einen Tag an Bord entschieden. Das Schiff legte Nachmitttags an und lag dann über Nacht im Hafen, sodass wir auch am nächsten Tag noch Zeit für Erkundungen hatten. In der Nähe des Hafens liegt der Flughafen, sodass man eindrucksvoll und relativ nah die Starts und Landungen der Flugzeuge beobachten kann. Zumindest bis dann der Schnee die Sicht nahm.

Abends hatten wir das Spezialitätenrestaurant "Hamptons" mit nordamerikanischer Küche reserviert. Über Jakobsmuscheln, Garnelen Corn Dog, Surf und Turf bis hin zu warmen Apfelkuchen ließen wir uns auf das Sylt Nordamerikas entführen.

Tag 10 - Alta
Da gestern das Wetter nicht so mitgespielt hatte und wir nur an Bord waren, freute ich mich heute ganz besonders auf den Ausflug zum Eishotel. Dieses ist ungefähr 30 Minuten vom Hafen entfernt und wird ab November in fünf Wochen gebaut, bis es dann ab April langsam schmilzt. Jedes Jahr kommen Eiskünstler zur Fertigung der Skulpturen angereist und jedes Jahr wird das Hotel unter einem bestimmten Thema geschaffen. Thema in diesem Jahr war die Nordische Mythologie.

Wikinger, Vallküren, Drachen, Trolle erwarteten uns, zusammen mit Tierskulpturen aus Eis. Die eisigen Hotelzimmer sind mit Rentierfellen ausgestattet und man bekommt dicke Schlafsäcke für die eisige Nacht. Nach dem Rundgang bekamen wir noch stilecht ein Getränk in einem Glas aus Eis an der Bar gereicht. Auf dem Rückweg zum Schiff machten wir noch eine Panoramafahrt mit Stopp an der alten Kirche und der berühmten Nordlichtkathedrale. Zurück an Bord ließen wir den Abend entspannt ausklingen.

Tag 11 - Honningsvag
Da am Nachmittag unser Ausflug zum Nordkapp anstand, wollten wir Vormittags die Stadt erkunden. Honningsvag ist wirklich sehr klein, doch durch den Sonnenschein ließen sich einige perfekte Fotomotive aufnehmen.

Gestärkt nach dem Mittagsbuffet ging dann unser Ausflug zum Nordkapp los. Zwei Busse waren vom Schiff aus unterwegs, nur wenige andere Touristen trafen wir vor Ort an. Auf dem kurvigen Weg nach oben erwartete uns ein absolutes Winter Wonderland. Die Fahrtzeit ab dem Hafen dauert ca. 1 Stunde. An der berühmtesten Erdkugel der Welt hatten wir sogar die Möglichkeit ein Foto nur von uns alleine mit ebendieser zu machen. Das Lichtspiel war an diesem späten Nachmittag ganz besonders. Das Nordkappzentrum bietet eine Kapelle, Souvenirshop, ein Kino über die Geschichte des Nordkapps, ein thailändisches Museum, das Denkmal der Kinder der Erde, ein Restaurant uvm. Das meiste davon befindet sich unterirdisch.

Viele gönnen sich oben am Nordkapp ein Glas Champagner, so auch welche unserer Reisegruppe. Wir selbst haben uns im Warmen die im Ausflugspreis inkludierte Waffel schmecken lassen. Kurz vor der Rückfahrt ging dann auch die Sonne hinter den Bergen unter. Nachts war das Meer leider etwas wilder und relativ schaukelig, was ich diesmal nicht ganz so gut vertragen hatte.
Tag 12 - Kirkenes
Ausschlafen war angesagt, bevor es dann zum Spätaufsteherfrühstück in die Observation Lounge ging. Die 24-Stunden Kaffeemaschine ist dort sehr beliebt und auch mein tägliches Sudoku musste ich mir dort abholen. Sehr empfehlen kann ich zum Frühstück übrigens die Franzbrötchen mit Schokostückchen. Am späten Vormittag haben wir uns aufgemacht, die kleine Stadt zu Fuß zu erkunden. Durch ruhige Seitenstraßen mit bezaubernden skandinavischen Häusern sind wir zur Kirche unterwegs gewesen.

Die Fußgängerzone mit kleinen Geschäften war sehr süß, aber die Wohngegenden haben mir an Kirkenes besonders gut gefallen. Die Häuser sind in den verschiedensten Farben anzutreffen und irgendwie passt hier selbst jetzt noch die Weihnachtsbeleuchtung hin. 
Zum Mittagsbuffet gab es heute die in Honningsvag frisch eingekauften Königskrabben, die wir natürlich probieren mussten. Während der gesamten Reise hatten wir perfektes Wetter, bis auf zweimal Seegang nachts. Kirkenes war mit -10 Grad dabei am kältesten. Doch die Parkas mit Zwiebellook darunter und die geliehenen Gummistiefel mit Innenfutter haben bestens gewärmt. Auch Spikes als Überzieher für die normalen Schuhe können ausgeliehen werden. Am Abend stand das Abschiedsdinner mit anschließender Farewell-Party und Auslosung der Seekarte an, ein absolutes Highlight der Reise. Die Crew ist definitiv ein wichtiger Teil dieser besonderen Reise. So oft wurde man herzlich begrüßt und die Wünsche von den Augen abgelesen. Spätabends machten wir es uns warm eingepackt auf dem Balkon gemütlich und genossen es, die Polarlichter mit bloßen Augen zu erblicken.
Tag 13 - Seetag
Passend zum Frühstück kreuzten wir um 9 Uhr vor dem Nordkapp, um die Weltkugel von der anderen Seite aus betrachten zu können. Die Sonne kam raus, bevor das Wetter dann stürmischer wurde. Hatten wir bei dieser Reise noch 3 Meter hohe Wellen, so sind bei der nächsten Reise 9 Meter hohe angekündigt. In der Ferne konnte man heute kurz Delfine im aufbrausenden Meer springen sehen. Der imposante Reisefilm wurde präsentiert und die Experten hielten zum letzten Mal interessante Vorträge über die Tiere dieser Region oder Astronomie. Der Lunch wurde mit echten Polser am Pooldeck angeboten.

Was das ist? Ganz einfach - Hot Dogs. Polser bedeutet übersetzt Würstchen. Auch ein Gläschen Glühwein und andere Leckereien durften nicht fehlen.

Der Nachmittag verlief ruhig mit Koffer packen und dem Schwelgen in den Erinnerungen an diese einmalige Reise. Am Abend mussten wir uns von der netten Restaurantcrew verabschieden, die uns so zuvorkommend und herzlich bedient hatte, dass wir immer denselben Tisch in deren Bereich wählten.
Tag 14 - Tromsö
Wir haben uns den spätmöglichsten Shuttle vom Schiff zum Flughafen über die Reederei gebucht und konnten so bis 12.30 Uhr an Bord bleiben. Im Preis von 60 Euro pro Person sind somit der Late Check-Out, das Mittagessen an Bord und der Transfer inkludiert. Unser Abflug ging dann um 16.20 Uhr als Direktflug nach Frankfurt zurück. Eine wundervolle, eindrucksvolle und erholsame Reise ist nun vorbei und ich kann jedem nur empfehlen Skandinavien im Winter zu entdecken - es lohnt sich!

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