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Martinique - Tropisches Frankreich

16. October 2019  Chiara Lippke 
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Martinique, genannt die „Blumeninsel“, bietet alles, was man von einem Garten Eden erwarten kann. Die Temperaturen sind mild und die Insel ist mit einer Decke aus üppig grüner und blühender Natur überzogen. Oleander, Anthurien und Hibiskus gedeihen ebenso wie Mandarinen, Guaven, Cashewnüsse, Limonen oder Mangos. Im Westen der Insel plätschert das Karibische Meer an die Küsten und Strände, im Osten brandet der Atlantik.

Die Insel war während der Kolonialzeit bis 1946 – abgesehen von kurzen Besatzungszeiten durch die Briten – in französischer Hand. Heute ist sie ein Überseedépartment und eine Region Frankreichs. Es wird französische Lebensart gepflegt, in den Bäckereien duftet es nach ofenfrischen Baguettes und zum Frühstück werden Croissants und Café au Lait gereicht.

Eine bewegte Geschichte

Kathedrale Saint-Loius in Fort-de-France. Das Alte Rathaus von Fort-de-France.

Die ersten Siedler kamen im 17. Jahrhundert. Sie drängten die Urbevölkerung der Karibenindianer zurück und schleppten Sklaven aus Afrika als Arbeiter für die Zuckerrohrplantagen ein. 1848 endete die Sklaverei und die Zuckerindustrie verlor an Bedeutung. Die Politik und kulturelle Identitätsfindung auf Martinique wurde im 20. Jahrhundert im Wesentlichen durch Aimé Césaire geprägt. Der afrokaribisch-französische Schriftsteller und Politiker wurde auf Martinique geboren und setzte sich zeitlebens für eine kulturelle Selbstbestimmung aller Menschen afrikanischer Herkunft ein. Er war 56 Jahre lang Bürgermeister von Martiniques Inselhauptstadt Fort-de-France und zudem Abgeordneter in der französischen Nationalversammlung.   

In Fort-de-France, der französisch anmutenden Hauptstadt von Martinique, stößt man auf eine Reihe interessanter Sehenswürdigkeiten. So etwa auf eine Statue zur Erinnerung an Joséphine, die als Ehefrau von Napoleon Kaiserin der Franzosen wurde. Joséphine wurde in Martinique geboren und wuchs auf der elterlichen Zuckerrohrplantage auf. Ihre Statue wurde allerdings in den 1990er-Jahren „geköpft“, weil sie ihren Gatten Napoleon überredet haben soll, die eigentlich 1794 abgeschaffte Sklaverei 1802 wieder einzuführen. Sehenswert in Fort-de-France sind außerdem das Rathaus, die Kathedrale Saint-Louis von 1895 und die Bibliothek Schœlcher, benannt nach Victor Schœlcher, einem Politiker und vehementen Gegner der Sklaverei in den französischen Kolonien. Das Gebäude wurde für die Weltausstellung 1889 in Paris geschaffen und später nach Martinique verschifft.

Traumhafte Natur und das pure Karibik-Feeling

Die Sacre Coeur de Balata auf Martinique. Martinique wird zurecht als "Blumeninsel" bezeichnet - die Fauna ist tropisch und atemberaubend. Viele Wanderwege führen durch die exotische Vegetation der karibischen Insel Martinique.

Etwas außerhalb von Fort-de-France lockt Sacre Coeur de Balata, eine verkleinerte Kopie der berühmten Kirche auf dem Montmartre in Paris. Nicht weit entfernt liegt der Jardin de Balata, ein wunderbarer Paradiesgarten mit Kolibris, Palmenhainen und Orchideenfeldern – ein Muss für alle, die sich an blühender Natur nicht satt sehen können. Im Nordwesten findet sich auch der Montagne Pelée, der höchste Berg der Insel. Heute ist der Vulkan ruhig, doch am 8. Mai 1902 brachte er die Katastrophe über das Städtchen St. Pierre zu seinen Füßen. An diesem Tag explodierte der ganze Berg, schleuderte Lava und schickte eine Feuerwalze Richtung St. Pierre, das komplett zerstört wurde. Es gab nur einen einzigen Überlebenden, einen Gefangenen, der in einer gemauerten Zelle eingeschlossen war. Heute kann der Vulkan auf Wandertouren erstiegen werden. Martinique bietet darüber hinaus ein dichtes Wandernetz von rund 250 Kilometern, darunter Touren durch den Urwald und die Steilküsten entlang.

Im Süden der Inseln lockt Karibik-Feeling pur mit puderweißen und von Palmen gesäumten Stränden. Sehenswert ist dort das Musée de la Pagerie, in dem man noch einmal auf Kaiserin Joséphine stößt. Gezeigt werden private Besitztümer und Briefe, die sie an Napoleon schrieb. In einer nahe gelegenen restaurierten Zuckermühle erzählt das Maison de la Canne über das Leben auf den Plantagen, den Sklavenhandel und die Verarbeitung von Zuckerrohr. Interessant ist auch der Pointe du Diamant, eine Vulkanspitze, die schwarz aus dem tiefblauen Wasser ragt. Hier lieferten sich Franzosen und Briten einst heftige Gefechte um die Vorherrschaft auf der Insel.

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