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Immer mit der Ruhe: Slow Cruising für Genießer

04. October 2019  Chiara Lippke 
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Es glich einer kleinen Revolution, als Costa Kreuzfahrten 2014 erklärte, man wolle den Dampf rausnehmen und langsamer reisen -  Slow Cruising war als neues Konzept geboren.  Drei Schiffe gehörten zur so genannten neoCollection von Costa Kreuzfahrten, die neoRomantica, die neoClassica und die neoRiviera. Kleine Schiffe, ungewöhnliche Routen, Häfen jenseits des Mainstreams, mehr Muße und stilvolles Reisen statt Abhaken von Highlights: Nach diesen Gesichtspunkten wurden die Kreuzfahrten der neoCollection gestaltet.

Die Slow-Cruising-Idee wurde bei Costa entwickelt, kam dort allerdings nie richtig in Schwung. Anders sieht es bei AIDA Cruises aus. Die Schwester-Reederei nahm den Faden auf und lässt mittlerweile die kleineren Schiffe erfolgreich unter dem Label AIDA Selection fahren. Auch im Bereich der Premium-Reedereien finden sich Aspekte der Slow-Cruising-Idee, selbst wenn sie dort anders betitelt werden. Zu nennen sind dabei sicher Azamara, Oceania Cruises und auch einige der kleinen ultraluxuriösen Anbieter. Nicht vergessen sollte man die Segel-Exoten auf dem Kreuzfahrtmarkt, die sicher zu den Slow-Cruisern zählen, nämlich Sea Cloud Cruises mit zwei und Star Clippers mit drei – bald vier – Großseglern.  

An Bord der Costa neoRomantica können Sie das Slow-Cruising-Konzept von Costa Kreuzfahrten erfahren. Der wunderschöne Großsegler Royal Clipper der Reederei Star Clippers. Die Gäste von Oceania Cruises dürfen sich auf Luxus freuen.

Slow Cruising: Reisen wie früher

Slow Cruising bündelt viele Aspekte, die man im traditionellen Sinne mit Reisen verbindet:  Entdeckung fremder Welten, ganzheitliches Eintauchen in andere Kulturen, stete Neugierde auf Unbekanntes, aber auch sinnliche Genüsse, wie kulinarische Highlights, die regional inspiriert sind, und Mußezeit, um sich auf das Fremde einzulassen und die neuen Eindrücke zu verarbeiten. Eine solche Reisephilosophie ist nicht neu, doch Costa hat ihr, bezogen auf die Kreuzfahrt, erstmals einen Namen gegeben und daraus ein stimmiges Konzept gestrickt. Doch was genau bedeutet Slow Cruising und wie wird es in der Praxis umgesetzt?

Die Schiffe: Klein, aber mit Seele

Slow Cruising setzt auf kleinere und mittelgroße Schiffe. Sie zeichnen sich durch einen hohen Standard und Bequemlichkeit sowie guten Service aus und verzichten auf spektakuläre Unterhaltungshighlights wie Wasserrutschen oder Klettergärten. Nicht der Schein, sondern das Sein steht im Vordergrund. 

Die Route: Es darf ein bisschen ausgefallen sein

Es werden Routen jenseits der viel befahrenen Rennstrecken gewählt. Durch den Einsatz von kleineren Schiffen können Häfen und Anlegestellen angelaufen werden, die jenseits des Mainstreams liegen und authentische Erlebnisse an Land erlauben.

Die Landgänge: Muße für authentische Erlebnisse

Die Landgänge werden, wenn machbar, ausgedehnt. So wird es zum Beispiel möglich, zum Dinner in ein Restaurant an  Land zu gehen, um noch intensiver in eine fremde Kultur einzutauchen. An besonders reizvollen Orten bleibt das Kreuzfahrtschiff unter Umständen sogar über Nacht. Damit sind sogar Abendvergnügungen wie etwa ein Konzertbesuch oder ein Bummel durch die Bars realistisch. Auch ein längerer Ausflug, unter Umständen mit einer Nacht an Land, rückt in den Bereich des Möglichen.  

Der Spirit: Die Entdeckung der Langsamkeit

Immer mit der Ruhe, heißt es auf Slow-Cruising-Kreuzfahrten. Nicht jede Minute an Bord muss zwangsläufig mit Aktivitäten vollgepackt sein. Natürlich gibt es Unterhaltungsangebote, doch die schnelle Taktung fällt weg und es bleibt Zeit für wunderbare Mußestunden. Peinlich vermieden wird jede Art von Hektik oder Stress beim Warten oder Schlange stehen. 

Die Küche: Direkt vom Markt auf den Tisch

Kultur  und Küche ergänzen sich, das heißt, es kommen regional inspirierte Speisen auf den Tisch, die dem Genießer auf kulinarischem Wege einen besonders intensiven Zugang zur Kultur eines Landes ermöglichen. Dieser zentrale Aspekt des Slow-Cruising-Konzeptes von Costa Kreuzfahrten hat im Übrigen inzwischen auf vielen Kreuzfahrtschiffen allgemein Einzug gehalten.

Mit der Costa neoRomantica wunderbare Routen in Asien erleben - natürlich entspannt und ohne Hektik.   

Costa Kreuzfahren: Eine Philosophie, die Nachahmer findet

Vorreiter der Slow-Cruising-Bewegung war Costa Kreuzfahrten mit drei Schiffen der neoCollection: neoRomantica, neoClassica und neoRiviera. Bei seiner Einführung 2014 war das neue Slow-Cruising-Konzept in aller Munde und fand viele Fürsprecher, doch rückblickend lässt sich feststellen, dass es vom Kunden nur verhalten angenommen wurde, so dass bei Costa nicht mehr allzu viel davon übrig geblieben ist. Als erstes Schiff musste die Costa neoClassica gehen. Sie wurde 2017 an die Reederei Paradise Cruise Line mit Sitz auf den Bahamas verkauft und fährt nun als Grand Classica. Die Costa neoRiviera wechselt zu AIDA Cruises und fährt ab Dezember 2019 als AIDAmira im AIDA Selection-Programm. Lediglich die Costa neoRomantica, die mehr an eine große Yacht als an ein Kreuzfahrtschiff erinnert, hält die Fahne noch hoch. Sie ist zurzeit vor allem in Asien unterwegs und bedient Routen rund um Japan. 

Eine AIDA Selection Reise ist etwas ganz Besonderes. An jedem neuen Hafen serviert das AIDA Selection Restaurant regionale Spezialitäten. AIDAmira verstärkt ab Herbst 2019 die kleinen Selection-Schiffe mit traumhaften Routen rundum Südafrika.

AIDA Cruises: Die gute Wahl bei AIDA Selection

Costa ist mit dem Motto Slow Cruising vorgeprescht, doch der Nutznießer dieser Philosophie ist mittlerweile die Schwester-Reederei AIDA Cruises mit AIDA Selection. Seit 2017 sind die drei kleinen AIDA-Schiffe, AIDAaura, AIDAcara und AIDAvita, mit ausgefallenen Häfen und Routen, längeren Liegezeiten und einem abgewandelten Restaurant-Konzept unterwegs. 2019 kommt dann die AIDAmira, die vorher als Costa neoRiviera fuhr. Bevor das 216 Meter lange Schiff als AIDAmira startet, wird sie rundum renoviert. Das Sonnendeck erhält zwei große Pools und zwei Whirlpools. Von den 624 Kabinen werden 96 als Suiten ausgelegt, 80 davon mit Balkon. Eine Besonderheit ist der Ziel- und Starthafen: Die AIDAmira wird ab Kapstadt auf Tour gehen und die Küsten Südafrikas und Namibias abfahren.

Doch wofür steht AIDA Selection? Und wen spricht dieses Angebot an? AIDA gibt gleich selbst die Antwort. Wer sich für AIDA Selection entscheidet, liebt es, unbekannte Orte zu entdecken, lässt sich gerne von anderen Menschen inspirieren, ist weltoffen und möchte unvergessliche Abenteuer erleben.

Im Mittelpunkt steht das authentische Reiseerlebnis in den bereisten Ländern. Dabei spiegelt sich die Reiseroute auf vielfältige Weise an Bord wider. Die Ausflüge führen in besonderem Maße in die landestypischen Kulturen ein, die Vorträge renommierter Lektoren ergänzen dies passgenau und kulinarisch werden die Passagiere mit regionalen Spezialitäten verwöhnt.

AIDAaura, AIDAcara, AIDAvita und AIDAmira sind die kleineren Schwestern bei AIDA Cruises mit Längen zwischen 193 und 216 Metern. Ihre geringen Abmessungen und die ausgefallenen Fahrgebiete machen es möglich: Die Schiffe fahren exklusive Häfen an, wie etwa Auckland, Sydney, Bora Bora oder Anlaufstellen in Madagaskar – allesamt Highlights, selbst für Weitgereiste. Es warten faszinierende Routen wie etwa „Winter im hohen Norden“, mit der AIDAmira Fahrten rund um die Südspitze Afrikas oder sogar eine Weltreise. Die Reisen sind raffiniert komponiert und an Bord ist alles eine Nummer kleiner, gemütlicher, so dass sich schnell Kontakte untereinander oder zur Crew knüpfen lassen. Es geht leger zu und langes Warten sowie Schlange stehen sind Fremdwörter – Slow Cruising eben.

Eine Besonderheit im Vergleich zu den großen AIDA-Schwestern sind die Selection-Restaurants. Dort werden regionale Gerichte stilvoll serviert. Und gerne lädt der Küchenchef in kleinen Gruppen auf die lokalen Märkte. Dort wird dann eingekauft, was später auf die Teller kommt. Somit ist auch im Bereich Kulinarik das Slow-Cruising-Konzept auf sehr charmante Weise umgesetzt. 

Azamara Journey ist eines der drei Kreuzfahrtschiffe von Azamara.. Bei Slow Cruising geht es darum, die Destinationen mit allen Sinnen zu erfahren - da dürfen kulinarische Leckerbissen nicht fehlen.  Zurücklehnen und genießen - so läuft es auf dem Sonnendeck der Oceania Marina.

Azamara und Oceania: Langsam und genussvoll reisen

Slow Food ist auf gehobenem gastronomischem Niveau in aller Munde – nun zieht Slow Cruising nach. Azamara hat die Vorteile erkannt und bewirbt sie als Garant für eine besonders erlebnisreiche Kreuzfahrt. Reisen mit Azamara bieten stets längere Liegezeiten in den Häfen und erlauben sogar Übernachtungsaufenthalte. Während andere Passagiere schon wieder in See stechen, bleiben Azamara-Gäste im Hafen und genießen eine intensive Zeit ganz ohne den Rummel vieler anderer Kreuzfahrtgäste an Land. Bei der Planung lässt Azamara seine Passagiere nicht allein. Im Programm sind ganz außergewöhnliche Landausflüge, die nur bei langen Liegezeiten realisierbar sind. Darunter ist zum Beispiel eine Zugfahrt durch Neuseeland, eine Nacht in den Bergen der Toskana oder eine Ballettvorführung in St. Petersburg.  Auch der hervorragende, entspannte Service und das hohe kulinarische Niveau passen sich in das Konzept vom langsamen und genussvollen Reisen ein.   

Ähnliches findet der Passagier bei Oceania Cruises. Die luxuriösen Schiffe für knapp 700 beziehungsweise knapp 1.300 Gäste bieten viel Privatsphäre, Gemütlichkeit und erstklassigen Service. Stress, Anstehen in langen Schlangen und die Ansammlung großer Menschenmassen sind bei Oceania ein Tabu. Die überschaubare Größe der Schiffe erlaubt das Anlaufen in kleinen Häfen, die für die schwimmenden Kleinstädte anderer Reedereien mit vielen tausend Passagieren nicht erreichbar sind. Eine angenehme und erholsame Zeit sollen die Kunden auf den Schiffen von Oceania haben – das ist Programm und erfüllt alle Kriterien von Slow Cruising.

Die klassischste aller Kreuzfahrten: Eine Reise mit einem Windjammer. Wenn die Segel sich zum ersten Mal im Wind blähen ist das ein ganz besonderes Gefühl.

Sea Cloud und Star Clippers: Gemächlich reisen wie in alten Zeiten

Die Reedereien Sea Cloud und Star Clippers müssen kein eigenes Konzept entwickeln, um dem Slow-Cruising-Gedanken zu folgen – bei ihnen liegt die gemächliche Reise in der Natur der Sache. Beide Reedereien schicken Großsegler auf die Meere, die, wann immer es Wind und Wellen erlauben, die Segel setzen und sich dem Tempo der Natur hingeben. Bei diesen Windjammern ist das Kreuzfahrtschiff bereits ein Großteil des Programms – aufwändige Shows und Dauer-Entertainment sind nicht nötig. Zudem sind die Schiffe klein und können sehr abgelegene Häfen und Ankerstellen ansteuern – Slow Cruising in Reinkultur.


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