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Unsere erste Kreuzfahrt - Forum - kreuzfahrten.de


Reederei: keine Angabe  
Autor & Datum Titel & Beitrag
FrankDerAngler
am 22.01.2019 13:00
Unsere erste Kreuzfahrt

Hallo zusammen,

schon lange träume ich davon, den Berufsalltag bei einer Kreuzfahrt hinter mir zu lassen und die vielen Freizeitangebote an Bord nutzen zu können, um endlich etwas auszuspannen. Besonders reizt mich, dass man eine ganze kleinen Welt mit Restaurants, Kinos, Shows, Fitness etc. vorfindet und gleichzeitig das Abenteuer einer Hochseeschifffahrt erleben kann.
Allerdings hat meine Frau so ihre vorurteile und ist noch nicht ganz überzeugt. Sie sagt zum beispiel, sie hätte gelesen dass es an Bord oft eine Zweiklassengesellschaft gibt, in der die einen unter Deck (bis zu 14 Stunden und kein freier Tag??) arbeiten während die anderen ausspannen. Auch hinsichtich der Umwelt hat sie ihre Bedenken und meinte, dass sie alleine durch eine Kreuzfahrt ihr CO2-Budget schon erreichen würde...

Deshalb meine Frage an die alten Hasen unter Euch: Wie geht Ihr mit diesen Themen um und wie seht ihr das? Wie kann ich meine Frau überzeugen???
Wolfgang
am 22.01.2019 15:30
Kreuzfahrt ja oder nein?

Hallo Frank,

richtig, Kreuzfahrten sind eine Zweiklassengesellschaft und Schiffe sind Dreckschleudern.

Zweiklassengesellschaft. Ja, die einen arbeiten, die anderen machen Urlaub. Wie beim Fliegen, die einen arbeiten, die anderen faulenzen. Ja, an Bord gibt es keinen freien Tag. Geht auch nicht, da das Personal durchstrukturiert ist und es für freie Tage an Bord einfach keinen Platz gibt. Die Crew darf üblicherweise nicht in den Passagierbereich und umgekehrt ist es genau so. Allerdings haben die Mitarbeiter an Bord im Allgemeinen 6-Monats-Verträge, wo im Anschluss der Urlaub am Stück genommen wird. Das ist einfach so und kann dauerhaft auch nicht geändert werden.

Thema Umwelt. Richtig, Kreuzfahrtschiffe sind Dreckschleudern. Wie PKW's ob mit oder ohne Diesel, Hausbrand, Flugzeuge ...
Zum Vergleich: es gibt weltweit etwa 450 Hochseeschiffe, aber über 40.000 Frachtschiffe. Ein Kreuzfahrtschiff kommt in der Regel am Morgen in den Hafen und verlässt den Hafen wieder am Abend. Ein Hochseecontainerschiff z.B. fährt über die lange Elbe bis zum Hamburger Hafen, aber bis ein Schiff mit über 10.000 Containern entladen und wieder beladen ist vergeht fast eine Woche. In dieser Zeit rußt das Schiff Tag und Nacht vor sich hin.

Ob nun Deine Frau mit an Bord geht oder auch nicht - es ändert nichts an den Tatsachen. Ich bin Kreuzfahrt-Vielfahrer, jedes Jahr mindestens 2 x an Bord, in diesem Jahr 3 x (inkl. einer Flusskreuzfahrt auf der Donau) und habe dabei kein schlechtes Gewissen. Es gibt Dinge, die ich ändern kann - und die ich dann versuche auch zu ändern - und Dinge, die ich nicht ändern kann, die akzeptiere ich.
Hafenratte
am 23.01.2019 13:19
Also in letzter Zeit mache ich mir da schon Gedanken

Ich bin von meiner Ausbildung her Ökonom und denke daher gern über wirtschaftliche Hintergründe und politische Systeme nach.
Ich habe schon viele Kreuzfahrten gemacht - oft ausgesprochen günstig. Das geht nur, indem Andere ausgenutzt werden: Sprich das Personal auf den Kreuzfahrtschiffen.

Vor ein paar Tagen kam eine Fernsehsendung über die Kanaren. Ich dachte immer dass die dort alle im Wohlstand leben, angesichts der vielen Touristen. Und das Klima dort ist immer schön warm - alle müssten glücklich sein. In Wirklichkeit ist das die ärmste Region Spaniens. Und der Kreuzfahrttourismus kam ganz schlecht weg. Die Häfen sind abgesperrt, das Geschäft machen die Kreuzfahrtgesellschaften. Die Theorie, dass die Armen von den Reichen profitieren (Tickle-down-Theorie = Reichtum sickert bis in die armen Schichten runter) scheint nicht zu stimmen. Wobei ich nicht verstehe, dass es die Leute dort nicht fertig bringen die Kreuzfahrer zu fleddern, wie in anderen Regionen.

Und umweltmäßig habe ich auch kein gutes Gefühl: Jeder Langstreckenflug lässt pro Person einen Quadratmeter Eis zusätzlich abschmelzen - oder so ähnlich hört man es jedenfalls von Klimafachleuten.

Der Ausweg? Weiß nicht genau. Wahrscheinlich müssten wir uns etwas bescheiden. Oder freiwillige Zusatzabgaben wie im Supermarkt. Sprich freiwillig etwas mehr zahlen ="Ein Herz für Erzeuger").

Lobenswert sind aber Gesellschaften, die das Problem erkannt haben. Z.B. AIDA, die als erste Schiffe mit Flüssiggas eingeführt haben oder Landstromaggregate nutzen.
Norbert
am 23.01.2019 14:59
Kreuzfahrtschiffe

Die Beiträge von Wolfgang und Hafenratte sind beide im Grunde ja richtig. Das mit der Bezahlung des Personals an Bord könnte man ja unendlich erweitern: Kinderarbeit auf Müllklippen, Näherinnen/Textilarbeiter in Asien, es ist ein Faß ohne Boden.

Naja, AIDA hat 1 Schiff (in Worten: Ein Schiff), das mit Flüssiggas betrieben wird. Und Landstrom ist - soweit mir das bekannt ist - weltweit aktuell nur in zwei Häfen möglich, aber alle Häfen kassieren munter Anlegegebühren. Und: wie entsteht eigentlich Flüssiggas? Was ist dazu an Energie nötig? Energie zum Nulltarif gibt es nirgendwo.
Hans
am 23.01.2019 17:51
Energie

Das ist gleich wie manche meinen der Strom kommt doch aus der Steckdose.
Da wird keine Umwelt belastet von den Umweltproblem bei der Erzeugung starker Akkus für z.b. Elektroautos ganz zu schweigen.
Von wegen E Autos sind so toll für die Umwelt
Aber ich sage mir auch " ich kanns eh nicht ändern "

 
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