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CO2-Kompensieren - Forum - kreuzfahrten.de


Reederei: keine Angabe  
Autor & Datum Titel & Beitrag
Bianca Schröder
am 04.04.2019 16:04
CO2-Kompensieren

Hallo zusammen!
Ich plane eine Kreuzfahrt und frage mich, ob ich den CO2-Ausstoß kompensieren soll. Macht ihr das? Habt ihr damit Erfahrungen? Macht das Sinn?
Liebe Grüße
Bianca
dewiedieter73
am 23.04.2019 13:01
CO2 kompensieren

Hallo Bianca,

die ausbleibenden Antworten deuten wohl darauf hin, dass die meisten Kreuzfahr-Fan's das Thema Umweltbelastung verdrängen. Meiner Meinung nach macht es sogar viel Sinn, über CO2-Kompensation nachzudenken. Das ist zwar nur ein Umweltschaden neben anderen. Kreuzfahrtschiffe verbrennen in der Regel Schweröl und stoßen dabei eben auch noch richtig viel giftiges Schwefeldioxid und anderes aus.
Die Schäden an der Umwelt sind bei Kreuzfahrten nicht in den Ticketpreisen berücksichtigt (teilweise nicht mal über normale Lohn- oder Einkommens-steuern, da viele Kreuzfahrtschiffe in Steueroasen). Deshalb finde ich, dass CO2-Kompenstationen eine sinnvolle Möglichkeit sind, das zumindest im Kleinen selbst zu tun.

Mich würde mal die Höhe einer solchen Kompensation interessieren. Hat das mal jemand ausgerechnet?

VG
Dieter
caterina
am 23.04.2019 20:32
CO2

Hallo, hast Du schon einmal drüber nachgedacht, wenn Du einen Fernseher von Samsung kaufst oder wenn Du Klamotten aus Asien anziehst?

Das Problem ist da, jedoch meine ich, dass die Frachter sehr viel mehr CO2 ausstossen.
Wolfgang
am 24.04.2019 15:55
CO2

Hallo zusammen,

richtig, Kreuzfahrtschiffe sind Dreckschleudern. Richtig ist aber auch, dass den etwa 450 Hochseekreuzfahrtschiffen ca. 40.000 Frachter gegenüber stehen.
Ein Kreuzfahrtschiff kommt in der Regel am Morgen an und verlässt am Abend den Hafen wieder. Ein Containerschiff mit 16.000 Containern an Bord bleibt eine Woche im Hafen, russt vor sich hin und da nichts von wegen Landstrom.

Da wurde die AIDA Nova richtig gefeiert in Sachen Antrieb mit Flüssiggas, aber man vergißt, dass die Kunden nach Palma oder Barecelona fliegen, häufit mit Billigfliegern, und da fragt keiner nach CO2-Ausstoss.

Caterina hat vollkommen Recht mit dem Hinweis auf Produkte von Ferinost. Der Erfolg von Takko & Co. beruht auf dem Elend der Produzenten in Bangladesch oder anderen Entwicklungsländern.

Doppelmoral nenne ich so etwas. Keine Frage, wenn wir uns um die Umwelt nicht bemühen, werden unsere Kinder dies ausbaden müssen. Aber auch Elektro geht nicht ohne den Aufwand von Energie.
Hafenratte
am 24.04.2019 17:06
Diejenigen die freiwillig zahlen wollen sollte man auch zahlen lassen

Vor 20 Jahren war ich mal zum Skifahren in Österreich. Da kam die Diskussion mit CO2 kompensieren gerade auf. Und ich war verblüfft wie schnell die Ösis waren. Und überhaupt nicht zimperlich. Die haben neben der Liftkasse einen Kasten aufgehängt zum Bargeld-Einwurf. Da stand ein Schild: Dass Du mit freiwilligen Spenden Deine Anfahrt mit dem PKW kompensieren kannst. Ein Ablass fürs gute Gewissen.

Hängt doch solche Kästen auf Kreuzfahrtschiffen auf. Und mit dem Geld dann Bäume pflanzen. Jeder kleine Schritt zählt.
dewiedieter73
am 26.04.2019 14:24
CO2 kompensieren

Hallo zusammen,

ich denke da geht bisschen was durcheinander.

@caterina: Der Vergleich Kreuzfahrtschiff mit einem Frachter hinkt ein wenig, weil der Zweck doch ein ganz anderer ist. Eine alternative Möglichkeit zum Warentransport wären Flugzeuge und denen gegenüber verbrauchen wohl die Frachter sehr viel weniger Energie. Der Zweck von Kreuzfahrtschiffen ist dagegen (allermeistens) Urlaub oder Erholung zur Verfügung zu stellen.

@Wolfgang: Frachtschiffe und Kreuzfahrtschiffe kann man so einfach nicht vergleichen. Ich kenne da keine Zahlen aber Kreuzfahrtschiffe sind schwimmende Luxushotels für ein paar tausend Passagiere, während auf den Frachtern gleicher Größe 6000 oder 8000 Container gestapelt sind. Der Verbrauch für den Antrieb ist wahrscheinlich noch einigermaßen vergleichbar aber der Betrieb von Klimaanlagen, Generatoren, Beleuchtung etc dürfte auf Kreuzfahrtschiffen, ob auf See oder im Hafen stehend, ungleich höher sein.

@Hafenratte: Ich glaube nicht, dass es da ums gute Gewissen geht. Vielmehr, wie schon geschrieben, darum, dass die Preise für CO2-Ausstoß (und anderes aber darum ging es der Fragestellerin in diesem Thread nicht) und der damit verursachte Schaden an der Umwelt nicht im Ticketpreis berücksichtigt ist. Deshalb kann man bei der Buchung zur Kompensation über entsprechende Anbieter einen bestimmten Betrag für z.B. Umweltbildung oder regenerative Energien zahlen. In der Luftfahrt zum besipiel kennt man das und es machen immer mehr Leute aber auch für Kreuzfahrten wird das angeboten.
Ede
am 29.04.2019 16:49
Ganzheitlich denken und handeln

Es ist immer einfach andere an den Pranger zu stellen. Wobei sich das inzwischen schon zum Trend entwickelt hat:

* In Sachen Textilien werden Primark, KiK und Takko ständig an den Pranger gestellt. Dabei werden auch Produkte die C&A, Karstadt/Kaufhof-Galeria und P&C verkaufen, mehrheitlich in Billiglohnländern wie Bangladesch, Pakistan und Vietnam produziert. Gleiches gilt für hochwertige Marken-Textilien. Ein Trikot eines Bundesligaverein kostet locker 80,- bis 90,- Euro, jedoch in der Produktion in Fernost weniger als 5,- Euro.

* Jeder versucht die Schuld anderen zuzuschreiben. Die Airlines sind der Meinung das weltweit die Autos die Umwelt deutlich mehr belasten, als die Flieger. Die Reedereien der Kreuzfahrt-Liner erwähnen gerne, dass es nur gut 400 Kreuzfahrt-Schiffe weltweit gibt, gegenüber 40.000 Frachtern, Tankern, Marineschiffen und Hochseefähren. Gerne schieben inzwischen auch die Großstädte am Rhein den Frachtkähnen auf dem Rhein die Umweltbelastung zu, die angeblich höher ist, als die zahlreichen PKW's in der Kölner oder Düsseldorfer Innenstadt.

* Schuld sind immer die Anderen. Wir sprechen uns alle für die Abschaltung der Kohlekraftwerke aus, ist aber dort wo wir wohnen ein Windrad gepant, gibt es lautstarke Proteste gegen die Windräder.

* Unsere Jugendlichen laufen Freitags auf die Straße und fordern die Abschaltung der Kohlekraftwerken. Gleichzeitig werden E-Autos gefordert. Wenn wir morgen die Kohlekraftwerke abschalten und in 5 Jahren fahren in Deutschland nur 5 Millionen Elektro-Autos, bricht die nationale Stromversorgung völlig zusammen. Wir erfreuen uns dann zwar über das E-Auto das in der Nacht in der Garage geladen wurde, allerdings fehlt uns dann um 07:00 Uhr am Morgen der Strom für den Eierkocher.

* Fazit: Es muss endlich ganzheitlich gedacht und gehandelt werden. Proteste - auch nicht die am Freitag - werden keine Änderungen schaffen. Auch wenn es überheblich klang was Christian Lindner gesagt hat, wir sollten Experten die Schaffung von Lösungen überlassen und keinen Politikern, keinen 16 jährigen Jugendlichen und auch keine Greta Thunberg die medial gestützt durch Europa reist und wie der Rattenfänger von Hameln agiert.
dewiedieter73
am 01.05.2019 19:58
Ganzheitlich denken und handeln?

Was meinen Sie denn mit "ganzheitlich Denken" genau, Ede? Ich behaupte, das ist doch nur eine Worthülse.

Die Kinder und Jugendlichen, die Freitags demonstrieren gehen, mit dem Rattenfänger zu vergleichen, finde ich unangebracht. Sie haben Angst vor der Zukunft, weil sich die Wissenschaft einig ist, dass die Lebensweise unserer Generation Folgen hat, die schon jetzt sichtbar sind (z.B. Gletscher- und Polschmelze) und die Wahrscheinlichkeit von Kastastrophen jetzt und besonders in Zukunft erhöht.

Das Beispiel mit dem Eierkocher ist irreführend. Niemend spricht davon, morgen alle Kohlekraftwerke abzuschalten. Natürlich muss ein Kohleausstieg geplant werden und es müssen ausreichend erneuerbare Kapazitäten und solche für Lastspitzen wie wir morgens um sieben Uhr zur Verfügung stehen. Das muss aber möglichst schnell passieren und ohne, auf andere Regionen der Welt zu deuten, schließlich hat Deutschland auch mit am längsten von fossilen Energien profitiert.
Waldemar
am 03.05.2019 15:42
CO2

Hallo zusammen,

vor kurzem musste ich per PKW nach Stuttgart, einen Tag später zurück.

Es war windstill, der Himmel bewölkt. Unterwegs habe ich dutzende Windkrafträder gesehen, keines hat sich gedreht. Ob bei Bewölkung das Tageslicht ausreicht, dass die ebenfalls zahlreichen Sonnenkollektoren entlang der Autobahn Strom produzieren, weiß ich nicht.

Dass etwas getan werden muss, dürfte allen klar sein. Aber in unserem Ort sollte vor einigen Jahren ein Mast für Windkraft aufgebaut werden, das hat eine Bürgerinitiative verhindert. Im Nachbarort wollte ein Unternehmer eine große Fläche für Sonnenenergie nutzen, das scheiterte am Gemeinderat.

Anscheinend gilt in vielen Fällen das Floriansprinzip (Schutzpatron der Feuerwehr): Heiliger St. Florian, verschon dies Haus, zünd andre an.

Und von die Kids, die Freitags demonstrieren, waren sicher viele über Ostern mit Mama und Papa unterwegs nach Palma oder Marbella.
Hafenratte
am 08.05.2019 13:08
Das Thema ist kompliziert aber lösbar

Extra wegen dieses Beitrages habe ich jetzt verschiedene Fernsehdiskussionen zu diesem Thema verfolgt (Anne Will, Report Mainz, Maybrit Illner):

Das ist ein dickes Brett, da geht es um viel Bimbes und mächtige Lobby-Gruppen sind betroffen. Aber es muss angegangen werden - die Schüler die demonstrieren haben nämlich recht. Das sagen zumindest die Klima-Experten und Fachleute.

Und es gibt Lösungen, die auch den Normalbürger nicht zusätzlich belasten.
Was wohl zu rund 80 % nur Ablasshandel ist, sind diese Klima-Bezahldienste (Apps, freiwillige Beiträge sonstwo zahlen). Aber immerhin sind 20 % der Projekte sinnvoll.
Ergo: Die große Politik muss handeln, am besten im Kompromiss. Die Kreuzfahrtindustrie ist später dann wahrscheinlich Teil einer Gesamtregelung.

Was sofort helfen würde: Verhaltensänderung. Aber sagt selbst. Wer würde denn jetzt schon auf Kreuzfahrten verzichten? Ich nicht.

 
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